PROJEKT : KREBS UND SPORT
Klinische Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormollen Therapie reduzieren kann. Außerdem steigt die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt – was die Lebensqualität enorm verbessern kann. Doch nicht nur das: Sport, richtig angewandt, erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Körperliche Aktivität hat damit direkte Einflüsse auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Krebserkrankung und das Rückfallrisiko. Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es somit einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, desto größer der Effekt. Dennoch ist auch Vorsicht vor Überlastung geboten, es gilt ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten des Patienten angepasstes Trainingsprogramm zu entwerfen. Dieses Wissen ist leider derzeit noch nicht ausreichend in der Versorgungspraxis angekommen. Deshalb möchte die Stiftung zum einen diese Botschaft verstärkt in die Öffentlichkeit tragen, zum anderen aber auch entsprechende regionale Projekte auf den Weg bringen.
SCHON 100 BETROFFENEN GEHOLFEN
Es ist eine kleine Erfolgsstory für das Projekt, das Menschen mit einer Krebserkrankung fit für die Tumortherapie macht. Die kostenfreien Kurse finden in Stralsund, Ribnitz-Damgarten, Barth und Bergen auf Rügen statt.
„Es macht unglaublich viel Spaß, besonders wenn man die positiven Effekte bei den Betroffenen sieht“, sagt Tim Schleginski, einer der Trainer in Stralsund.
„Die Teilnehmer bestärken sich gegenseitig und geben sich kleinere und größere Ratschläge, um mit der Erkrankung besser umzugehen.“
Eine von ihnen ist die 77-jährige Roswitha Günther. Sie ist über einen Zeitungsartikel auf das Angebot aufmerksam geworden. Seit ihrer Krebserkrankung höre sie anders in sich hinein. „Ich spüre, dass Sport meinem Körper sehr gut tut und merke sofort, wenn ich mal nicht an den Kursen teilnehmen konnte“, sagt sie. In Stralsund haben sich inzwischen mehrere Gruppen etabliert mit je ein bis zwei Einheiten in der Woche, in Ribnitz- Damgarten eine weitere Gruppe. In Bergen hat sich dank der engagierten Trainerin und niedergelassenen Ärzten ein stabile Gruppe aufgebaut. Neu hinzugekommen ist seit 2025 eine Gruppe in Barth, eine zweite befindet sich dort gerade in der Gründung. Insgesamt konnten schon 100 Betroffene für die Therapie fit gemacht werden.
„Ich bin sehr froh, dass es dieses Angebot gibt“, macht Renate Lemke deutlich. Die 78-Jährige suchte nach der Reha ein Sportangebot und ist nun schon seit drei Monaten dabei: „Die Erkrankung verändert das ganze Leben, aber es ist wichtig zu lernen, damit umzugehen. Auch wenn ich nicht alles mitmachen kann, hat mir die Sportgruppe schon sehr geholfen.“
Das Training verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und setzt sich zusammen aus Kräftigung, Ausdauer und meditativen Inhalten. Dies sind unter anderem Walking, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Gerätetraining, Theraband, Atemübungen, Tai-Chi, Qigong, Yoga, Autogenes Training u. ä.
Für weitere Informationen zu Kurszeiten und zum Angebot schreiben Sie uns gern an: info@stiftung-betroffen.de